rudi aigelsreiter

„der verdacht verdenkt sich durch einbildung in der annahme erkennbarem begegnet zu sein."

Für Rudi Aigelsreiter steht sowohl in der Malerei als auch in seiner musikalischen Arbeit der Prozess
des organisierten Formens von freischwebender Aufmerksamkeit und fokussierender Wahrnehmung
im Zentrum seines Schaffens. Aigelsreiter arbeitet mit Stille, Ruhe, schafft Pausen und führt so seine
Betrachter behutsam an seine Versionen und Perspektiven heran, indem er Raum für deren Interpretation
zu geben vermag. Aigelsreiters Bilder sind auch im Sinne von Kompositionen zu verstehen, in denen Farben miteinander interagieren und eine Einheit- nicht ohne Dissonanzen- bilden.
"Ich liebe die Stille. Die Pause ist eines der wichtigsten musikalischen Stilmittel, jeder einzelne Ton kann
oft mehr als schwer aufgetragene Tonkollagen, die illustrativ versuchen Gefühl zu vermitteln", so
Rudi Aigelsreiter und versucht dementsprechend in seinen Bildern dem Abgebildeten durch einen reduktiven
Prozess mehr Raum zu geben. Die Auseinandersetzung mit Identität und Weltfremdheit bestimmt
auch seine Arbeitsweise bei seinen aktuellen Bildern. Das Foto wird am Computer so lange be- und überarbeitet bis zwei von demselben Grundmaterial ausgehende Vorlagen entstehen, die dann geeignet sind auf die Leinwand übertragen zu werden.

Rudi Aigelsreiter, geboren 1952 lebt und arbeitet in Wien. Ab 1974 entstanden Objekte, Zeichnungen,
Konzeptarbeiten und Kompositionen. So war Aigelsreiter unter anderem am `Grenzzeichen Symposium Litschau vertreten. Im Centre Georges Pompidou in Paris wurde seine Komposition "die ufer, eine station" begleite von einer Videoperformance von Friedrich Hahn uraufgeführt. Für ROLL OVER ein Beitrag zur Biennale in Kairo von Tone Fink erarbeitete er die Musik. In den letzten Jahren konzentrierte sich seine Tätigkeit schwerpunktmäßig auf die Malerei.
                  

„Es ist nicht mehr die unmittelbare Gewissheit, alle Realität zu sein, sondern eine solche,
für welche das Unmittelbare überhaupt die Form eines Aufgehobenen hat, so dass seine
Gegenständlichkeit nur als Oberfläche gilt, deren Inneres und Wesen es selbst ist."
G.W.F.Hegel

„Wir sind invertierte Utopisten. Dies also ist das Grund- Dilemma unseres Zeitalters: Wir sind kleiner als wir selbst, nämlich unfähig, uns von dem von uns selbst Gemachten ein Bild zu machen. Insofern sind wir invertierte Utopisten: Während Utopisten dasjenige, was sie sich vorstellen, nicht herstellen können,
können wir dasjenige, was wir herstellen, nicht vorstellen."
Günter Anders

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rudi aigelsreiter

"assumptions go amiss in the illusion they have come across something recognisable"

The process of giving organised shape to free-floating attention and focused perception is at the centre of Rudi Aigelsreiter's work as both a painter and a musician. Aigelsreiter works with silence and stillness, he creates pauses and thus carefully introduces his viewers to his versions and perspectives, leaving room for their own interpretations. Aigelsreiter's paintings are to be read in terms of musical compositions in which colours interact and form unities - although not without dissonances.
"I love silence. The pause is one of music's most important stylistic devices, a single sound can be more powerful on its own than thickly painted sound collages vying to convey feelings", says Rudi Aigelsreiter. Accordingly he tries, by means of a process of reduction, to give more space to the images in his paintings.
It is this examination of identity and unworldliness that defines Aigelsreiter's mode of operation on his new works. A photograph is edited and modified on the computer to yield two drafts from the same material, which can then be transferred onto canvas.

Rudi Aigelsreiter, born 1952, lives and works in Vienna. He has been creating objects, drawings, conceptual works and compositions since 1974. Aigelsreiter was featured at the Grenzzeichen Symposium Litschau.
His composition "die ufer, eine station" premiered at the Centre Georges Pompidou in Paris accompanied by a video performance by Friedrich Hahn. He created the music for ROLL OVER, a contribution to the International Cairo Biennale by Tone Fink. In recent years Aigelsreiter has refocused mainly on painting.
                 

It is no longer the immediate certainty of being all reality;
it is rather a kind of certainty for which the immediate in general assumes the form of something sublated,
so that the objectivity of the immediate is regarded now merely as something superficial whose
inner core and essence is self-conscious consciousness.
G.W.F.Hegel

"We are inverted utopians. That is the main dilemma of our era: we are smaller than ourselves;
that is, we are incapable to form a picture of what we have created. It is thus that we are inverted utopians:
while utopians cannot produce what they imagine, we cannot imagine what we produce."
Günter Anders



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